D i g i t a l e   M e d i e n   i n   d e r   G r u n d s c h u l e 
 
 

Medien prägen in immer stärkerem Maße unseren Alltag. Insbesondere die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien erlangen in sämtlichen Bereichen eine immer größere Bedeutung. Das heißt, auch unsere Kinder werden mit diesen Technologien konfrontiert. Sie gehören mittlerweile zu ihrer Lebenswirklichkeit und sind kaum noch wegzudenken.

 

Beachtliche 97% der sechs- bis dreizehnjährigen Kinder haben beispielsweise zu Hause Zugang zu einem Computer/Laptop (Kim-Studie 2016) und sind zudem intensive Internetnutzer. Diese und andere Erhebungen machen zudem deutlich, dass die häufigste Nutzung Digitaler Medien zu Hause stattfindet. Kinder aus einkommensstärkeren und bildungsnahen Haushalten sind dabei besonders bevorzugt. Zur Sicherung von Chancengleichheit für alle Kinder ist die Entwicklung von Medienkompetenz eine wichtige Schlüsselkompetenz auf dem Weg in die Informationsgesellschaft.

 

Die Grundschule muss hier natürlich reagieren. Medienkompetenz nimmt als eine Kulturtechnik in der pädagogischen Diskussion einen großen Stellenwert ein. Eine Aufgabe der Grundschule ist es, Kulturtechniken im engeren Sinne (Lesen, Schreiben, Rechnen) und im weiteren Sinne (Uhr lesen, Verkehrserziehung) zu vermitteln. Dazu gehört in der heutigen Zeit auch die Medienkompetenz.

 

Gerade die Grundschule bietet durch ihren fächerübergreifenden Ansatz, gepaart mit einer Toleranz gegenüber dem Stundenplanrhythmus einen idealen Nährboden, um medienkompetentes Handeln in den Lern-, Lebens- und Handlungsraum der Kinder einzuführen.

 

Die Aufgabe der Grundschule besteht darin, die Kinder in den verschiedenen Bereichen der Lebenswirklichkeit handlungsfähig zu machen, damit sie sich in ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Lebenswelt zurechtfinden. Um diesen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden, hat sich im Bereich der schulischen Bildung in den letzten Jahren viel getan.

 

Für eine moderne Grundschule bedeutet es nicht, dass ein neues Unterrichtsfach geschaffen werden soll, sondern es gilt die digitalen Medien zum alltäglichen Lern- und Arbeitswerkzeug zu machen. Dabei sind die etablierten Methoden und Materialien nicht zu vernachlässigen. Eine Überdosierung bzw. alleinige Fokusierung ist ein ungünstiger pädagogischer Weg. Das konkret handelnde und haptische Unterichtsmaterial muss weiterhin seinen Platz behalten! Es sollte eine Symbiose sein: "alt" mit "neu" ergibt "jetzt".

 

Interessierte und motivierte Kinder sollten Mut machen, einen pädagogisch verantwortungsvollen und innovativen Unterricht mit Hilfe der digitalen Medien zu ermöglich und zu gestalten.

 

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© Raphael Stoll 2018, Alle Rechte vorbehalten